Gespräch mit Frau Ilse Ziegler

80 Jahre alt, wohnt seit 8 Jahren im Seniorenwohnstift Heilsbronn

1. Wo haben Sie vor Ihrem Umzug in das Seniorenwohnstift gelebt?
Ich habe in der Blumenstraße in Heilsbronn mit meinem Mann in einem Reihenhaus gelebt.

2. Was haben Sie beruflich gemacht?
Eine richtige Berufsausbildung hatte ich nicht, aber ich habe fast 20 Jahre lang bei der Stadtverwaltung Heilsbronn als Raumpflegerin gearbeitet.

3. Welche Gründe haben sie bewegt hier her zu ziehen?
Mein Mann ist 2004 an Demenz erkrankt und ich konnte ihn selbst zu Hause nicht mehr pflegen. Deshalb musste er in ein Pflegeheim umziehen. Dies war in der Nähe des Wohnortes meiner Tochter in Regensburg. Mein Mann ist dann vor 5 Jahren verstorben.

4. Was gefällt Ihnen besonders gut am Leben im Seniorenwohnstift?
Ich finde es hilfreich und wichtig zu wissen, dass man wenn Probleme auftauchen Hilfe bekommen kann. Dies habe ich am eigenen Leib erfahren, als ich mich 2011 vier größeren Operationen unterziehen musste. Zwei davon an der Wirbelsäule und zwei an der Hüfte. Ich wurde sogar teilweise sehr früh aus dem Krankenhaus entlassen und war dann froh auf die Hilfe des Pflegepersonals zugreifen zu können. Auch wenn ich mich noch selbst versorgen konnte, war ich beim Waschen auf die Hilfe der Schwestern angewiesen. Durch meine regelmäßige Krankengymnastik geht es mir jedoch wieder viel besser. Aber das Jahr 2011 war sehr schlimm für mich.

5. Haben sich Ihre Erwartungen vom Seniorenwohnstift Heilsbronn und dem Leben hier erfüllt?
Auch wenn sich das Leben hier schon von dem Leben im Familienkreis unterscheidet, fühle ich mich sehr wohl in meiner Wohnung und bin zufrieden. Bis vor meinen schweren Operationen war ich auch sehr sozial engagiert und habe mich ehrenamtlich betätigt. Ich bin natürlich auch noch viel außerhalb der Einrichtung unterwegs, aber die ehrenamtliche Arbeit musste ich leider wegen der Krankheitsfolgen beenden.

6. Welches Erlebnis in Ihrem Leben hat Sie geprägt/verändert?
Wir mussten immer viel arbeiten und sparen. Mein Mann war nur Arbeiter und so hatten wir kein großes Einkommen. Wir haben auch meinen Enkel aufgezogen, für den wir das Aufenthaltsrecht hatten. Das waren schwere Zeiten, in denen wir uns nicht viel leisten konnten.

7. Was war Ihr schönstes Erlebnis im Seniorenwohnstift Heilsbronn?
Besonders schön empfinde ich es wenn Feste gefeiert werden. Ganz besonders gerne erinnere ich mich an die Kaffeerunde des Diakonievereins am Samstag. Mittlerweile haben wir eine Caféteria im Haus, in der man sich auch gut zusammensetzen kann. Man kann auch die Gymnastikkurse oder Vorträge im Haus besuchen.

8. Wie sieht ein normaler Tag im Seniorenwohnstift Heilsbronn bei Ihnen aus?
Ich stehe gegen 8 Uhr auf, dann gehe ich ins Bad und frühstücke hinterher gemütlich. Im Sommer auch gerne auf meinem Balkon. Dann mache ich vielleicht Rätsel oder genieße einfach die Ruhe und schöne Atmosphäre. Gegen Mittag bereite ich mir mein Mittagessen zu. Ich koche selbst – meistens Gemüse und Kurzgebratenes, natürlich nasche ich auch gerne ab und zu. Dann ruhe ich mich ein bisschen aus, stricke oder höre Radio. Oft gehe ich spazieren oder mache Besuche außerhalb des Stiftes. Einmal in der Woche spielen wir zu viert Karten. Auf jeden Fall mag ich meinen Tagesablauf und mir wird nie langweilig.

9. Welcher ist Ihr Lieblingsplatz in Ihrer Wohnung?
Im Sommer halte ich mich am liebsten auf meinem Balkon, den ich schön mit Blumen schmücke, auf – das ist mein Heiligtum. Ansonsten habe ich auch einen wunderbaren Sessel, der mit vielen Finessen für Bequemlichkeit sorgt.

10. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass ich noch lange fit im Kopf bleibe und dann noch etwas vom Leben habe. Ich vertraue dabei auf Gott. Er gibt mir ein Ziel und Kraft. Früher konnte ich mir viele Dinge nicht leisten, weil man sein Erspartes entweder immer in das Haus, die Vorsorge oder die Kinder gesteckt hat. Aus diesem Grund mache ich gerade jetzt noch Reisen, wie letztes Jahr nach Wien oder dieses Jahr an Ostern nach Berlin. Ich habe mich auch dafür entschieden, hier nur zur Miete zu wohnen, damit ich mir auch weiterhin eine Reise oder etwas Schönes zum Anziehen leisten und einfach etwas in Reserve behalten kann.

11. Was würden sie jemandem empfehlen, der sich mit der Überlegung trägt in solch eine neue Wohnform umzuziehen?
Ich würde empfehlen die Entscheidung frühzeitig zu treffen. So kann man sich viel besser einleben und noch auf andere Menschen zugehen oder auch die Angebote besser wahrnehmen und nutzen.

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