Gespräch mit Frau Lore Hake und Herrn Rudolf Hake

1. Wo haben Sie vor Ihrem Umzug in das Seniorenwohnstift gelebt?
In unserem Eigenheim in Heilsbronn.

2. Was haben Sie beruflich gemacht?
Wir waren beide Lehrer.
Frau Hake: Seit 1948 war ich Lehrerin an der Volksschule und Hauptschule in Heilsbronn.
Herr Hake: Ich war jahrzehntelang an der Volksschule Heilsbronn tätig und die letzten 12 Jahre Rektor in Neuendettelsau.
Wir hatten immer mit Kindern und jungen Menschen zu tun. Das war sehr interessant.

3. Welche Gründe haben sie bewegt hier her zu ziehen?
Frau Hake: Ich hatte im Mai 2010 einen leichten Schlaganfall. Wir hatten einen großen Garten und ein Einfamilienhaus und das war danach nicht mehr zu bewältigen. Vor allem der große Garten war nicht mehr zu schaffen. Mir geht es jetzt wieder einigermaßen gut. Gleich nach dem Bau des Wohnstifts, haben wir eine kleine Wohnung im Seniorenwohnstift gekauft, die für den Überlebenden gedacht war. Den Schicksalsschlag haben wir dann zum Anlass genommen, wieder über die Zukunft nachzudenken und hier ein größeres Appartement zu beziehen.
Es war allerdings schwierig nach 40 Jahren einen ganzen Haushalt aufzulösen. Aber Schlafzimmer und Wohnzimmer konnten wir mitnehmen.

4. Was gefällt Ihnen besonders gut am Leben im Seniorenwohnstift?
Die Trennung von Wohnbereich und Schlafzimmer. Das Schlafzimmer ist kühl, das Wohnzimmer ist schön warm, so dass wir wenig heizen müssen. Die Lage der Wohnung ist so gut, dass wir es immer schön angenehm haben. Wir fühlen uns hier wohl und haben uns gut eingelebt. Außerdem konnten wir hier durch das Konzept des Betreuten Wohnens selbstständig bleiben. Wir nehmen eigentlich im Haus vorwiegend das gemeinsame Mittagessen wahr und essen sonntags oft auch auswärts. Kontakte zu den Mitbewohnern haben wir manchmal während des Mittagessens, bei der Seniorengymnastik und den angebotenen Veranstaltungen.
Es ist auch sehr angenehm, dass das Haus sehr ruhig ist. Auf der anderen Seite ist die Bahn auch nah und es fahren viele Züge, so dass man die Umgebung leicht erreichen kann.
Danken möchten wir dem gesamten Hauspersonal, das durch seine hilfsbereite, fröhliche Art eine entspannte Atmosphäre schafft.

5. Wurden Ihre Erwartungen vom Seniorenwohnstift Heilsbronn und dem Leben hier erfüllt?
Im Großen und Ganzen mussten wir wenig Abstriche zu unserer vorherigen selbständigen Lebensweise machen.

6. Welches Erlebnis in Ihrem Leben hat Sie geprägt/verändert?
Der Schlaganfall war sicher ein einschneidendes Erlebnis und hat uns ja dann auch dazu veranlasst, unsere Zukunftsplanung neu zu gestalten.

7. Was war Ihr schönstes Erlebnis im Seniorenwohnstift Heilsbronn?
Dazu zählen die Auftritte der Laienspielgruppen aus Weißenbronn und Großhaslach. Die Konzerte der Flötenspielgruppe Musica Viva, des Posaunen- und Kirchenchores. Viel Beifall fanden die Advents-, Weihnachts- und Faschingsnachmittage im Speisesaal. Im Mehrzweckraum werden interessante Lichtbildvorträge gezeigt. Alle 14 Tage findet dort ein Gottesdienst statt.

8. Wie sieht ein normaler Tag im Seniorenwohnstift Heilsbronn bei Ihnen aus?
Unser Wecker klingelt so gegen halb acht und dann stehen wir gemütlich auf. Wir machen uns das Frühstück selbst in unserer Küche. Es gibt manchmal frische Brötchen, welche man in der Nähe holen kann. An 3 Tagen in der Woche kommt sogar ein Bäcker ins Haus. Dann wird Zeitung gelesen oder etwas im Haushalt erledigt.
Frau Hake: Ich gehe dann oft auch nach unten um dort Klavier zu spielen, während mein Mann Rätsel löst.
Herr Hake: Da wir unser Klavier aus Platzgründen nicht mitbringen konnten, tut meiner Frau die Möglichkeit das Klavier des Hauses zu nutzen, sehr gut. Sie spielt natürlich zu ihrer eigenen Freude, aber auch für die anderen Zuhörer und wird manchmal gebeten bei Festen oder anderen Gelegenheiten Lieder zu begleiten oder Eröffnungsstücke zu spielen.

9. Welcher ist Ihr Lieblingsplatz in Ihrer Wohnung?
Wir sitzen gerne auf unserer Veranda draußen und wenn es zu heiß wird, kann man sich nach innen zurückziehen und die Jalousien herunterlassen. Der Hof ist auch schön angelegt. Wenn es nicht gerade sehr windig ist, kann man sich auch dort wunderbar aufhalten.

10. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Wir hoffen natürlich sehr, dass wir auch weiterhin so selbstständig leben können und nicht zum Pflegefall werden. Wir empfinden es auch als Gnade und Geschenk unseren Lebensabend hier gemeinsam verbringen zu dürfen und wünschen uns, dass dies noch lange der Fall sein wird.

11. Was würden sie jemandem empfehlen, der sich mit der Überlegung trägt in solch eine neue Wohnform umzuziehen?
Wir würden den Interessenten auf jeden Fall dazu raten und er sollte sich rechtzeitig zu den Möglichkeiten der Unterbringung erkundigen.

Zurück: Reportagen