Gespräch mit Herrn Norbert Strohm

68 Jahre, wohnt seit 6 1/2 Jahren im Seniorenwohnstift Heilsbronn

1. Wo haben Sie vor Ihrem Umzug in das Seniorenwohnstift gelebt?
Ich habe 30 Jahre in dem kleinen Ort Wicklesgreuth gelebt. Dort hatte ich eine 122 qm große Wohnung im Eigenheim mit einem riesigen Grundstück, zusammen mit meiner Mutter, Schwester und dem Schwager.

2. Was haben Sie beruflich gemacht?
Bis zu meinem 27. Lebensjahr war ich als Büromaschinentechniker im Außendienst tätig. Ich habe Computer und Schreibmaschinen repariert. Dann hatte ich diesen Unfall und war auf den Rollstuhl angewiesen. In meiner alten Firma konnte ich dann im Innendienst weiterarbeiten und habe mich auf die Reparatur von Diktiergeräten und Anrufbeantwortern spezialisiert, eine Tätigkeit, die ich im Sitzen ausführen konnte. Zuletzt war ich nur noch in Teilzeit tätig, das hat das Ausscheiden leichter gemacht.

3. Welche Gründe haben sie bewegt hier her zu ziehen?
Der Pflegedienst der Diakonie, der mich im Rahmen meiner Pflegestufe betreut, hat mich auf dieses Haus hingewiesen und es mir empfohlen. Auf Grund der zunehmenden gesundheitlichen Einschränkungen im Alter wurde es immer schwerer den Garten und Haushalt zu versorgen. Meine Mutter kam dann ins Pflegeheim. Wir haben uns eigentlich bewusst gegen andere Hilfsmöglichkeiten wie Gärtner oder Zugehfrau entschieden. Als wir das Haus verkauft hatten, zog ich hier ein.  Ich hatte mir vorher das Haus einige Male angesehen sowie mich beim Tag der Offenen Tür genauer informiert. Dann war es für mich klar, dass ich hier eine Wohnung kaufen würde. Zuerst hätte ich lieber eine größere Wohnung genommen, aber ich habe mich dann doch mit 50 qm begnügt und bin mittlerweile damit ganz zufrieden. Ich bin noch geistig fit und falls ich einmal hilfsbedürftig werden sollte, ist es beruhigend zu wissen, auf Hilfe zugreifen zu können. Als ich hier Bewohner wurde, war ich der Jüngste. Das hat sich natürlich in den Jahren geändert und ich habe gut Anschluss zu den älteren Mitbewohnern gefunden. Ich finde es richtig diesen Schritt frühzeitig zu unternehmen, da man sich in jüngeren Jahren noch besser eingewöhnen und auch Kontakte knüpfen kann. Und schließlich kommt diese Entscheidung früher oder später auf einen zu. Man kann sie nicht immer verdrängen.

4. Was gefällt Ihnen besonders gut am Leben im Seniorenwohnstift?
Es gefällt mir eigentlich Alles, ich kann nichts Negatives finden. Besonders gut finde ich die ganze Infrastruktur, das ist mir das Wichtigste überhaupt. Alles ist rollstuhlgerecht, vor allem hier im Wohnbereich. Auch wenn ich jetzt noch Auto fahre, ist es gut zu wissen, dass auch die S-Bahn in der Nähe ist und ebenso vermehrt barrierefrei zugänglich ist. Man wohnt hier ganz zentral und  ist in kürzester Zeit in Nürnberg. Außerdem habe ich hier alles was ich brauche: den Arzt, die Bank, die Apotheke. Ein weiterer Pluspunkt ist die hauseigene Küche. Hier geht man auch auf Sonderwünsche ein und man kann seine Wünsche und Anregungen offen äußern. Dann wird das auch berücksichtigt. Außerdem gibt es einen Wäsche- und Reinigungsservice für die Wohnung. Besonders hervorzuheben ist das Engagement von Herrn Ringler, der sich hier mit Leib und Seele um alles Bestens kümmert.

5. Haben sich Ihre Erwartungen vom Seniorenwohnstift Heilsbronn und dem Leben hier erfüllt?
Ich bin zufrieden, habe es mir auch ganz gemütlich eingerichtet. Die kleinere Wohnung hat auch Vorteile. Man spart Energiekosten und hat weniger Reinigungsaufwand. Besonders schön ist, dass es hier auch angenehm ruhig ist.

6. Welches Ereignis in Ihrem Leben hat Sie geprägt/verändert?
Mein Unfall hat mein Leben logischerweise sehr geprägt. Seit 1972 bin ich im Rollstuhl, das ist schon eine lange Zeit.

7. Was war Ihr schönstes Erlebnis im Seniorenwohnstift Heilsbronn?
Die Veranstaltungen und Theateraufführungen hier sind immer sehr schön. Die Theatergruppe aus Weißenbronn kommt regelmäßig ins Haus. Die machen das ganz toll.

8. Wie sieht ein normaler Tag im Seniorenwohnstift Heilsbronn bei Ihnen aus?
Also seit ich nicht mehr arbeiten gehe, hat sich doch einiges verändert. Aber ich stehe dennoch früh auf, so gegen 7 Uhr. Dann frühstücke ich, lese ausführlich die Zeitung und mache mit einem Spezialgerät Stehübungen. Es gibt in der Wohnung auch immer etwas zu tun, was ich dann zumeist früh erledige. Oft gehe ich dann in die Norma zum Einkaufen. Danach verbringe ich etwas Zeit am Computer. Das Mittagessen nehme ich hier im Hause ein. Ich lege viel Wert auf die hauseigene Küche und bin froh, dass es hier auch immer viel gesunden Salat gibt. Am Nachmittag halte ich ein kleines Schläfchen. Frühstück und Abendessen mache ich für mich selbst. Ansonsten bin ich natürlich noch viel unterwegs, auch mit dem Auto, treffe Freunde aus meiner alten Wohngegend. Manchmal kommen die Freunde auch ins Seniorenstift und wir sitzen in der schönen Cafeteria zusammen.

9. Welcher ist Ihr Lieblingsplatz in Ihrer Wohnung?
Mein Lieblingsplatz in der Wohnung ist mein Sofa. Im Sommer mache ich die Balkontüre auf. Da hört man die Vögel so schön zwitschern, das gefällt mir sehr gut. Wir haben auch einen schönen Hofgarten hier, den man besonders im Sommer gut nutzen kann.

10. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich wünsche mir vor allem Gesundheit, so dass ich möglichst noch einige Jahre so weiter leben kann. Das wäre mir das Wichtigste.

11. Was würden sie jemandem empfehlen, der sich mit der Überlegung trägt in solch eine neue Wohnform umzuziehen?
Ich würde dem Menschen rundum zuraten. Man kann dies hier als Wohnanlage bezeichnen, es ist mehr als Betreutes Wohnen anzusehen. So hat man fast alle Freiheiten, wie eben in anderen Wohngemeinschaften auch, aber im Hinterkopf weiß man, dass man im Notfall versorgt ist. Das Pflegepersonal im Haus ist richtig nett und toll. Insgesamt bin ich rundum zufrieden und kann diese Einrichtung nur weiter empfehlen. Wichtig finde ich eben, dass man den Schritt frühzeitig machen sollte, damit man sich leichter mit den neuen Gegebenheiten arrangieren kann.

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